Lacrosse

L A C R O S S E
Wie ist das entstanden?

Als ältester Teamsport Nordamerikas wurde Lacrosse ursprünglich von verschiedenen Indianerstämmen gespielt.

Damals hatte Lacrosse noch eine kriegerische und eine spirituelle Bedeutung: Es wurde unter dem Namen Baggataway -kleiner Bruder des Krieges- zur Beschwörung der Götter gespielt! Für die Indianer war Lacrosse ein Massenspiel mit vielen hundert Mitspielern, die über ein grenzenloses Gebiet versuchten, den Ball in kilometerweit entfernte Tore zu schiessen.Während der zwei bis drei Tage Spielzeit zeigten die Teilnehmer extremen körperlichen Einsatz.

Das Spiel ist vom Schöpfer gegeben worden, ein göttlicher Wettkampf zu seiner Freude und Besänftigung. Die Spieler gingen auf das Spielfeld um Stammesfehden zu begleichen und um Regen für die Frühjahrsernte zu flehen und um göttliche Hilfe zur Heilung der Kranken zu bitten.
(Realm of the Iroquois)

Und heute?
Das Lacrosse, das heute wieder gespielt wird, läßt sich auf die Spielart der Irokesen am besten zurückführen. Die Idee und die Grundregeln von heute stammen also immer noch von den Indianern ab. Der Name “Lacrosse” kam erst 1636 dazu: ein französischer Missionar entdeckte die Sportart in Ontario. Und weil ihn die Schläger an einen Bischofsstab (la crosse) erinnerten, nannte er die ihm völlig fremde Sportart Lacrosse. Erst im 19. Jahrhundert wurde Lacrosse im Osten Amerikas und stieg innerhalb der amerikanischen Spitzencolleges zum Elitesport auf: Unis wie Harvard, Princeton und Hopkins wurden schnell zu den Zentren der neu entdeckten Sportart. 1904 und 1908 gehörte Lacrosse sogar zu den olympischen Disziplinen.

Lacrosse erobert die Welt
In den letzten zehn Jahren hat sich die Zahl der Spieler in Amerika und Kanada vervielfacht. Das Spielen der Sportart an amerikanischen Schulen hat sich um 45 Prozent gesteigert, an den Unis um 35 Prozent. Im Moment gibt es ungefähr 350 Männerteams und 200 Damenteams im amerikanischen Collegebereich. Ganz klar, daß die Begeisterung für Lacrosse nicht innerhalb Amerikas bleibt: Immer mehr Länder in der ganzen Welt finden Gefallen daran, probieren es aus, gründen Teams und werden richtig gut… In Australien gibt es zur Zeit über 80.000 Spieler. Und sogar in Japan wird seit den achtziger Jahren Lacrosse gespielt. Dort konnten innerhalb von acht Jahren 10.000 für diesen Sport gewonnen werden. Heute gehört Lacrosse in Japan zu den drei größten Unisportarten. Auch in Europa erfreut sich Lacrosse großer Beliebtheit. England spielt dabei die größte Rolle: Neben Schul- und Unimannschaften gibt es ungefähr 40 Vereine. Doch auch in Tschechien, Schweden, Wales und Schottland wird schon seit mehreren Jahren intensiv Lacrosse gespielt.

Lacrosse erobert Deutschland
Seit 1992 wird auch in Deutschland Lacrosse gespielt. Zwei Studenten, die ein Jahr in amerikanischen High School verbracht hatten und begeisterte Lacrossespieler waren, fingen an, den Sport auch hier zu verbreiten. So wurden die ersten Vereine in München und Berlin gegründet. Mittlerweile stellen Clubs aus Bonn, Düsseldorf, Freiburg, Göttingen, Hamburg, Heidelberg, Kiel, Köln, Frankfurt und Passau vollständige Mannschaften, andere Clubs sind noch in der Gründungsphase.