Mohawks in der Lokalen Berichterstattung

Westfälische Nachrichten Mo., 26.05.2014

Trendsportart Lacrosse

Richtig harte Kerle

Die „Münster Mohawks“ spielen regelmäßig auf der Sentruper Höhe. Seit ein paar Jahren erfreut sich Lacrosse in Münster zunehmender Beliebtheit. Neben Kraft und Technik ist Teamgeist wichtig. Foto: usch

Münster – Für die Trend-Sportart Lacrosse braucht man nicht nur Kraft. Technik und Teamgeist sind mindestens genauso wichtig. In Münster erfreut sich Lacrosse zunehmender Beliebtheit. Auf den Sportanlagen an der Sentruper Höhe spielen regelmäßig die „Münster Mohawks“.

Von Uta Schleiermacher

Hinfallen und übereinanderkugeln gehören dazu, Attacken mit dem Stick sowie ab und zu ein ordentlicher Bodycheck. Beim Lacrosse ist Körperkontakt keine Seltenheit. 20 mit Schützern und Helm ausgerüstete Spieler tummeln sich auf dem Sportplatz an der Sentruper Höhe. Die Münster Mohawks spielen gegen die Mainz Musketeers. Sie hechten einem kleinen weißen Ball hinterher, den sie mit ihren Sticks weiterbefördern. Lacrosse-Schläger, „Sticks“ genannt, haben vorn ein kleines Netz, die „Pocket“. Darin wird der Ball vom Boden aufgenommen und transportiert, mit den Sticks wird der Ball weitergepasst und mit dem Netz aufgefangen.

Was für den unbedarften Zuschauer erst mal ungewöhnlich wirkt: Die Spieler auf dem Feld werden nicht nur lauthals angefeuert, sondern von ihren Teammitgliedern am Rand auch mit Anweisungen und Tipps überhäuft. Die Spieler dürfen ständig ausgewechselt werden. „LSM“ ist besonders oft zu hören. „Das steht für Long Stick Midi, die Bezeichnung für einen Mittelfeldspieler mit einem langen Stick“, erklärt Arne Meiners.

Der 22-jährige Student spielt seit einem guten Jahr Lacrosse. „Die langen Sticks sind besser für die Verteidigung, und wir dürfen vier einsetzen. Deshalb haben nicht nur die drei Verteidiger lange Sticks. Zusätzlich wechseln wir im Mittelfeld jemanden ein, wenn wir angegriffen werden.“

„Lacrosse vereint Elemente aus vielen Sportarten.“

Arne Meiners

Der Mix aus Tempo und Taktik ist es, der Meiners an der Sportart so sehr gefällt. „Lacrosse vereint Elemente aus vielen Sportarten, es ist dynamisch und körperbetont, es geht aber nicht nur um Kraft, sondern auch um Technik und Teamgeist – und um Style“, sagt er. „Ich habe vorher Fußball gespielt und konnte da einiges mitnehmen, aber es gibt auch welche, die vorher Tennis gespielt haben, und das bringt auch viel“, so Meiners. „Und mir gefällt, dass man viel mit dem Oberkörper machen muss.“

Lacrosse ist aus einem Spiel von Indianern an der Ostküste entstanden. In Kanada ist es ein Nationalsport, in den USA wird Lacrosse an vielen Colleges gespielt. „Viele kennen Lacrosse aus dem Film American Pie“, sagt Meiners. Austauschstudenten brachten den Sport Anfang der 90er-Jahre nach Deutschland, hier ist er besonders in Uni-Städten beliebt. Inzwischen ist er mit seiner Mannschaft, den „Münster Mohawks“, in der zweiten Bundesliga angekommen. Im selben Verein ist auch die Frauenmannschaft organisiert. „Da ist es ein sehr taktisches Spiel, es ist eigentlich fast schon eine andere Sportart“, meint Arene Meiners. Damen-Lacrosse könnte man übrigens aus „Hanni und Nanni“ kennen, ergänzt er.