Herren: Mohawks-Saisonabschluss wird zum Thriller

vergangenen Sonntag stand für die Herren-Mannschaft der Mohawks das letzte Auswärtsspiel der Saison gegen Langzeit-Konkurrent Aachen Lacrosse an. Nachdem sich die Münsteraner in der Woche zuvor bereits durch einen deutlichen Sieg  gegen die Kaiserslauterner Lumberjacks von einem Relegationsplatz in der heiß umkämpften ersten Bundesliga entfernt hatten war die Ausgangssituation denkbar günstig: für Münster ging es um nichts außer die Ehre, für Aachen jedoch um alles. Nur durch einen Sieg konnten sich die Gastgeber die Teilnahme an den Playoffs zur deutschen Meisterschaft sichern.

Entsprechend nervös schienen die Aachener zu Beginn des Spiels, verloren trotz starker Offensive mehrfach fahrig den Ball und erlaubten den Münsteranern ausgedehnte Ballbesitzzeiten. Diese präsentierten sich jedoch im Gegenzug gerade in den Abschlüssen nicht in Bestform, scheiterten ein ums andere Mal an der heimischen Verteidigung, welche diese wiederum für schnelle Konterspielzüge zu nutzen wusste. Bei einem Stand von 5:2 für Aachen gingen somit beide Teams nicht gerade zufrieden in die Halbzeitpause.

In der zweiten Hälfte zeigte sich Münster dominant und konnte in einem zunehmend umkämpften Spiel Minuten vor Schluss auf 6:6 ausgleichen und somit eine Verlängerung erzwingen. In dieser schien sich Aachen des wachsenden Drucks der Situation zunehmend bewusst, die Mohawks wussten dies auszunutzen und bestraften eine leicht desorganisierte gegnerische Verteidigung mit zwei schnellen Treffern. Der Jubel der Gäste war groß, hatte man den Sieg doch nun unmittelbar vor Augen. Doch dann zeigte Aachens Faceoff-Spezialist Felix Geldner, dass er nicht umsonst kürzlich als Mitglied der deutschen Lacrosse-Nationalmannschaft für die Weltmeisterschaft 2018 nominiert worden war. Hatte in sein Münsteraner Counterpart Sören Dahlmeier bis dato noch gut in Schach halten können, konnte Geldner nun noch einmal den Kraftreserven zu mobilisieren, die auf Seiten der Mohawks fehlten und schaffte es, kurz vor Ende der Verlängerung erneut durch starkes Zusammenspiel mit seinen Angriffsspielern einen Einstand herauszuspielen. Im Anschließenden golden Goal konnten die Gäste das Momentum leider nicht wieder auf ihre Seite bringen und mussten sich schließlich nach 89 Minuten intensivem Lacrosse den Gastgebern mit 9:8 geschlagen geben und diesen zu einem denkbar knappen Sieg mit großer Tragweite gratulieren: Aachen wird am 8. und 9. Juni die Möglichkeit haben, in Berlin bei den Playoffs um einen der vier Teilnehmer-Plätze für die deutschen Meisterschaft zu kämpfen.