Lacrosse

Unser Anliegen 

„An Indian Ball-Play“ by George Catlin, circa 1846–1850, Choctaw Indians.

Teil unserer Vereinssatzung ist die Förderung des indianischen Sports. Zu diesem Zweck möchten wir unteranderem diese Homepage nutzen.
Uns ist bewusst, dass wir die Komplexität der uramerikanischen Kultur und Bedeutung des Lacrossesports hier nicht umfassend, ausreichend und zufriedenstellend wiedergeben und darstellen können. Dennoch möchten wir diesen Weg nutzen über den Sport und die damit zusammenhängenden Themen aufmerksam machen.

In den kommenden Wochen werden wir diesen Teil unserer Homepage und der Geschichte des Sports und unseres Vereins hoffentlich weiter ausbauen. 

Was ist das Lacrosse?

Der Ursprung des Sports ist bei den nordamerikanischen Ureinwohnern der Eastern Woodlands zu finden. Ein Kulturraum, der sich ungefähr vom Atlantik bis in die östlichen Great Plains und von den Great Lakes bis zum Golf von Mexiko erstreckt, welcher heutzutage von den östlichen Vereinigten Staaten und Kanada besetzt ist. Ursprünglich wurde es als „stickball“ vom Stamm Algonquian im St. Lawrence Valley gespielt und breitete sich dann weiter aus.

Das moderne Lacrosse, wie wir es spielen, stammt von unterschiedlichen Spielvariationen verschiedener indianischer Gemeinschaften ab und ähnelt diesen. Dazu gehören Varianten wie dehuntshigwa’es in Onondaga („Männer schlagen rundes Objekt“), da-nah-wah’uwsdi im östlichen Cherokee („kleiner Krieg“), begadwe in der Mohawkssprache („kleiner Bruder des Krieges“) und baaga’adowe in Ojibwe („Hüften stoßen“).

Lacrosse ist einer der ältesten Mannschaftssportarten in Nordamerika und der Welt. Es gibt Nachweise einer Spielvariation aus dem frühen 17. Jahrhundert, welche im heutigen Ost-Kanada gefunden wurden.

Die traditionellen Lacrossespiele dauerten bis zu mehrere Tage und waren öfters große Ereignisse, an denen 100 bis 1.000 Männer gegnerischer Dörfer oder Stämme teilnahmen. Diese Spiele fanden auf offenen Feldern zwischen den Dörfern statt, was eine Spanne zwischen den Toren von hunderten Metern bis knapp 10 Kilometern führte.

Die Spielregeln wurden am Vortag entschieden. Es gab kein „Aus“ und der Ball durfte grundsätzlich nicht mit den Händen berührt werden. Die Spiellänge zog sich oft von Sonnenauf- bis -untergang hin. Als Tore wurden Felsen oder Bäume genutzt.

Auf den Toren gab es unterschiedlich hohe Markierungen. Unter der tiefsten Markierung gab es keinen Punkt, darüber, etwa auf Brusthöhe, 1 Punkt pro Treffer , dort wo man das Tor nur mit Armen erreichen könnte 2 Punkte. Der höchste Punkt des Tores war öfter mit einer großen Figur, welche u.a. Abbilder heiliger Tiere waren, markiert, deren Treffer drei Punkten gleich kam. In Spielen, die mehr der Freizeit und Unterhaltung dienten, wurden nicht unbedingt streng Punkte gezählt.

Das Spiel begann damit, dass der Ball in die Luft geworfen wurde und beide Seiten auf den Ball zuliefen. Den Ball mit dem Schläger (unterschiedlich nach Region, Stamm, Spielweise) durch die Luft zu bewegen wurde als Trick gesehen, sich am Gegner vorbei zu „dodgen“ (Ausweichbewegung) wurde als feige angesehen.

Medizinmänner agierten als Coaches, Stammesfrauen waren nicht aktiv am Spiel beteiligt. Dennoch gab es eine Frauenvariante mit kürzeren Schlägern und größeren Heads (Schlägerkopf), die „amatahcha“ hieß.

Lacrosse hat traditionell viele verschiedene Zwecke. So wurden Spiele genutzt um Differenzen zwischen verschiedenen Stämmen zu klären. Ein Zweck, der die „Six Nations of the Iroquois“ zusammenhielt.
Es sollte junge Krieger für den Kampf stärken, diente als Freizeitunterhaltung und war Teil von Festivitäten. Lacrosse wurde allerdings auch aus religiösen Gründen gespielt: „for the pleasure of the Creator“ (zur Freude/ Vergnügen des Schöpfers)

Rituale

Vor den Spielen wurden ähnliche Rituale abgehalten wie vor Kämpfen. Spieler dekorierten ihre Körper mit Farbe oder Kreide, sowie ihre Schläger mit Objekten, welche die fürs Spiel gewünschten Eigenschaften repräsentierten. Es gab teilweise strenge Regeln, die die Spieler vor dem Wettkampf einhalten mussten und Medizinmänner hielten Rituale ab, um Spieler und Schläger vorzubereiten. In der Nacht vor dem Spiel trugen die Spieler zeremonielle Insignien und hielten einen besonderen Tanz ab.

Am Spieltag gingen die Spieler unter Einhaltung spezieller Rituale auf das Feld. Diese Rituale waren, wie vermutlich die meisten Zeremonien, unterschiedlicher Natur und stammesabhängig.

Equipment

Die ersten Lacrossebälle waren wohl aus Holz oder aus Leder.
Schläger wurden und werden bis heute aus Holz gefertigt. Ursprünglich ähnelten sie wohl eher gigantischen hölzernen Löffeln ohne Netz. Modifizierter Versionen hatten an ein gekrümmtes Ende mit einem Netzteil aus zum Beispiel Watte oder Tiersehne.

Ein solcher Schläger wurde durch langsamen dämpfen in Form gebracht und war 0,5 bis 1,5m lang. Die Schläger waren so wertvoll, dass viele Spieler mit ihnen begraben wurden.
In einigen Regionen wurden eher untypische Schläger benutzt. Einige hatten einen außergewöhnlich großen Schlägerkopfanteil, im Südwesten der Vereinigten Staaten spielte man mit einer Zwei-Schläger-Variante.
Traditionell wurde eine Schutzausrüstung beim Lacrosse getragen.

 

Mohawks oder auch Kanien’kehá:ka bzw. Kanien’kehake („Leute vom Land des Feuersteins“)

Die Namensgeber unseres Vereins sind der östlichste Stamm der Haudenosaunee („Leute des Langhauses“), besser bekannt als die Irokesenliga, einem Bündnis aus ursprünglich fünf (später sechs) Stämmen der Irokesischen Sprachfamilie. Die „Irokesen“ sind eine indigne Gruppe der amerikanischen Ureinwohner Nordamerikas.

Der heute gebräuchliche Name „Haudenosaunee“ leitet sich von phonetisch ähnlichen, aber etymologisch unterschiedlichen Wörtern der Seneca-Sprache ab: Hodínöhsö:ni:h („Leute des Langhauses“) oder Hodínöhsö:ni:h („Langhausbauer“). Die Mohawk bezeichneten das Bündnis in ihrer Sprache als Rotinonsionni („Leute des Langhauses“).

Nationen der Irokesenliga (von Ost nach West):
Die Bezeichnungen der Einzelnen Stämme/Nationen sind die heute allgemein gebräuchlichen Namenskonventionen, in Klammern sind die vermutlichen Eigenbezeichnungen und die historisch meist üblichste Seneca-Bezeichnung zu finden. 

  • Mohawk (Kanien’kehá:ka / Kanien’kehake)
  • Oneida (Onyota’a:ka / Onyota’ake)
  • Onondaga (Ononda’gega‘ / Onönda’gaga‘)
  • Cayuga (Gayogohó:nó)
  • Seneca (Onondowagah / Onödowá’ga:‘)
  • Tuscarora (Ska-Ruh-Reh)

Das Territorium der Haudenosaunee ist im heutigen US-Bundesstaat New York zu finden. Das Wohn- und Jagdgebiet der Mohawk war das größte innerhalb der Irokesenliga und lag am östlichsten; sie hießen daher auch „Hüter des östlichen Tores“.

Politisch hatten die Seneca im Rat der Haudenosaunee zusammen mit dem Mohawk und den Onondaga sehr großen Einfluss. Die Häuptlinge waren in drei Gruppen organisiert: die „Älteren Brüder“ (8 Seneca und 9 Mohawk- Häuptlinge), die „Jüngeren Brüder“ (9 Oneida und 10 Onondaga- Häuptlinge) und die „Hüter des Ratsfeuers“ (14 Onondaga- Häuptlinge).

Heute leben die rund 45.000 Mohawk in Gemeinden am Sankt-Lorenz-Strom und im südlichen Ontario in Kanada, sowie in zwei Gemeinden im US- Bundesstaat New York.

 

Watchlist:

Sports Illustrated features Iroquois lacrosse team (ca. 3min Beitrag auf Facebook)

Major League Lacrosse: Lyle Thompson Was Put On Earth To Play Lacrosse (ca. 4min Beitrag auf Facebook)

Buchempfehlung:

„Das indianische Lacrosse-Spiel. Der kleine Bruder des Krieges“ von Thomas Vennum